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Silvia Habedank:

Auf der Suche nach dem Glück

Persönlichkeitsentwicklung / 10.11.2016 / 0 Kommentare

Auf der Suche nach dem Glück

Wir lesen Ratgeber zum Glücklichwerden, senden Glück-Wünsche zum Geburtstag und verschenken das Glück symbolisch in Form von vierblättrigem Klee und rosa Schweinchen zu Beginn eines neuen Jahres. Zeit unseres Lebens sind wir auf der Suche nach dem Glück.

Sprechen wir über Glück, so unterscheiden wir drei verschiedene Arten. Mit einem bestimmten Erlebnis oder Augenblick verbinden wir das Zufallsglück (z.B. Gewinn in der Tombola) und auch den Glücksmoment (z.B. Liebespaar beim Sonnenuntergang). Die Glücksforschung beschäftigt sich jedoch in erster Linie mit dem Lebensglück, das unabhängig von einem Ereignis ist und eine langfristige Zufriedenheit darstellt.

Was macht uns glücklich?
Eine alte Binsenweisheit sagt: Geld macht nicht glücklich. Und dennoch spielen circa 40 Prozent der erwachsenen Deutschen innerhalb eines Jahres mindestens einmal Lotto.

Die Hoffnung den Jackpot zu knacken und danach das große Glück zu erfahren, reizt so sehr, dass auch die geringe Wahrscheinlichkeit eines Gewinns von etwa 1:140 Millionen in Kauf genommen wird.

Menschen in Armut hilft jeder Euro zur Erhöhung der Zufriedenheit. Als „Wohlstandsparadox" bezeichnet wird die Tatsache, dass das subjektiv empfundene Glück ab einem Jahreseinkommen von € 30.000 kaum mehr ansteigt. Somit sind Menschen in reichen Ländern nicht automatisch glücklicher als in nicht ganz so reichen.

Der Lottogewinner ist ein Jahr, nachdem Fortuna seinen Gewinnschein ausgestellt hat, weder unglücklicher noch glücklicher als zuvor. Auch bei dem Hausbesitzer, der durch einen Brand sein Hab und Gut verloren hat, pendelt sich das Glücklichsein nach einem Jahr auf demselben Niveau wieder ein. Chronisch Kranke oder Behinderte können laut Untersuchungen ein genauso glückliches Leben führen wie Gesunde.

Sonja Lyubomirsky, Professorin für Psychologie an der University of California, hat festgestellt, dass 50 Prozent unseres Glückempfindens genetisch bedingt sind und 10 Prozent auf unsere Lebensumstände, wie zum Beispiel Partnerschaft, Kinder, Gesundheit, zurückzuführen sind. Die restlichen 40 Prozent werden von uns selbst durch unser Handeln und Denken gesteuert.

Hauptsaboteur des Glücks: Grübeln, zweifeln und Sorgen machen
Wie wir in die Welt blicken, hat meist mit früheren Erfahrungen zu tun. Wer sich als Kind geborgen fühlte, für den ist die Welt später kein vermintes Gelände. Wenig Vertrauen in die Welt haben die, denen sie schon unheimlich vorkam, als sie noch klein waren: Eltern reagierten unsicher auf veränderte Situationen, zeigten sich mal überschwänglich und dann wieder distanziert. Oder sie fürchteten sich davor, Entscheidungen zu treffen und dachten darüber nach, was ihnen alles Schreckliches widerfahren kann.

Die Deutschen sind Meister im Sorgenmachen. Kaum ein anderes Land zahlt pro Kopf so viel Geld für die Gesundheitsprophylaxe oder für Versicherungen. Auch bei psychischen Erkrankungen gehören wir zur führenden Spitze.

Zuversicht und Gelassenheit tragen wesentlich zum Lebensglück bei – diese Punkte liegen in dem „40 Prozent Freiraum", den wir für unser Glück nutzen können.

Frohnaturen werden doppelt belohnt: Sie sind nicht nur glücklich, sondern auch körperlich widerstandsfähiger, werden schneller wieder gesund und leben nachweislich länger.

 

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